Glaswolle-Einblasdämmstoff WLS 035
Plattendämmstoffe
Mattendämmstoffe
Schütt- und Einblasdämmstoffe
Spezialprodukte
Eigenschaften
Glaswolle ist ein nichtbrennbarer Dämmstoff und besitzt wie andere Mineralwolle-Dämmstoffe neben wärmedämmenden auch schalldämmende Eigenschaften. Durch die faserige Struktur können die Flocken beim Einblasen miteinander verfilzen. Bei dafür vorgesehenen Produkten lassen sich dadurch geringe Setzmaße erreichen.
Für die Kerndämmung von zweischaligem Mauerwerk werden geeignete Glaswolle-Einblasdämmstoffe verwendet, die wasserabweisend ausgerüstet sind. Durch die faserige Struktur der Glaswolle wird zudem ein Durchrieseln der Flocken verhindert. Die erforderliche Zahl und Größe der Einblasöffnungen richten sich nach der jeweiligen Konstruktion sowie den Verarbeitungs- und Produktvorgaben.
Neben der Kerndämmung werden Einblasdämmstoffe aus Glaswolle unter anderem im Holzrahmenbau, in Dachschrägen, Holzbalkendecken, obersten Geschossdecken oder zur nachträglichen Dämmung von Haustrennwänden eingesetzt.
Rohstoffe und Herstellungsverfahren
Rohstoffe: hauptsächlich Recyclingglas, Dolomit, Quarzsand, Soda, rückgeführte Produktionsreste sowie bei wasserabweisend ausgerüsteten Produkten geringe Mengen an Hydrophobierungsmitteln. Der Anteil an Recyclingglas kann bei Glaswolle bis zu 80 % betragen.[i]
Die Ausgangsstoffe werden gemischt und bei Temperaturen von etwa 1400 °C eingeschmolzen. Anschließend wird die Glasschmelze Zerfaserungsmaschinen zugeführt und im Düsenschleuderverfahren zu feinen Fasern verarbeitet. Das Grundprinzip der Zerfaserung lässt sich vereinfacht mit der Herstellung von Zuckerwatte vergleichen.
Bei entsprechend ausgerüsteten Einblasprodukten werden anschließend Hydrophobierungsmittel aufgebracht, um dem Material wasserabweisende Eigenschaften zu verleihen. Hersteller
Technische Daten
Die technischen Kennwerte unterscheiden sich je nach Produkt und Anwendungsbereich. Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft aktuelle Angaben zu drei Glaswolle-Einblas- bzw. Aufblasdämmstoffen. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Produktdatenblätter, Leistungserklärungen und gegebenenfalls Europäischen Technischen Bewertungen (ETA) des Herstellers.[ii]
Eigenschaft | Einheit | Kenngrößen | ||
|---|---|---|---|---|
| Kerndämmung, z. B. Supafil Cavity Wall | Holztafelbau, z. B. Supafil timber Frame | Oberste Geschossdecke, z. B. Supafil Loft | ||
| Wärmeleitfähigkeit λD | W/(mK) | 0,034 | 0,034 | 0,036 |
| Rohdichte ρ | kg/m³ | 30-40 | 30-40 | 20-23 |
| Wärmespeicherkapazität c | J/(kgK) | 1030 | 1030 | 1030 |
| Baustoffklasse | -- | A1 | A1 | A1 |
| Wasserdampfdiffusionswiderstand μ | -- | 1 | 1 | 1 |
| Wasserabweisende Wirkung | -- | ja | k. A. | k. A. |
Glaswolle gehört zur Produktgruppe Mineralwolle und ist recyclingfähig. Sortenrein erfasste Produktions- und Baustellenreste – also getrennt von anderen Baustoffen und möglichst frei von Fremdstoffen – können aufbereitet und wieder in den Herstellungsprozess zurückgeführt werden.[i],[iii] Lose Glaswolle-Einblasdämmstoffe können zudem sortenrein abgesaugt und bei entsprechender Eignung erneut als Dämmstoff verwendet werden. Ist eine Wiederverwendung oder stoffliche Verwertung nicht möglich, erfolgt die Entsorgung nach den geltenden abfallrechtlichen Vorgaben auf einer Deponie.
Für Glaswolle bestehen bei einzelnen Herstellern Rücknahme- und Recyclingsysteme. Diese betreffen insbesondere saubere und sortenreine Produktions- und Baustellenreste.[iv],[v] Ob eine Rückführung in den Herstellungsprozess möglich ist, hängt insbesondere von der Sortenreinheit und möglichen Verunreinigungen des Materials sowie von den Anforderungen des jeweiligen Rücknahmesystems ab.[iii]
Informationen zu Rücknahme- und Recyclingsystemen von Glaswolle gibt es zum Beispiel bei diesen Herstellern:
- - SAINT-GOBAIN ISOVER – „EASY ECO“[iv]
- - Knauf Insulation – „RESULATION“[v]
Für an der Verwendungsstelle hergestellte Wärmedämmstoffe aus loser Mineralwolle sind je nach Produkt und Anwendung die DIN EN 14064-1 beziehungsweise das EAD 040729-00-1201 relevant. Die anwendungsbezogenen Mindestanforderungen sind in DIN 4108-10, Tabelle 16 festgelegt.
Zusätzlich sind die jeweiligen Produktunterlagen, Leistungserklärungen, gegebenenfalls Europäischen Technischen Bewertungen sowie die Verarbeitungsvorgaben des Herstellers zu beachten.
Rechtliches §§:
Ein Einblasdämmstoff ist nur dann ein Dämmstoff im Sinne des Baurechts, wenn er durch Fachbetriebe eingebaut wurde, die vom jeweiligen Hersteller in der Handhabung geschult wurden und in einer Liste geführt werden. Werden sie vom do-it-yourselver selber eingebaut, sind sie zwar dämmend, aber rechtlich gesehen kein Dämmstoff. Im Schadensfall (z. B. Brand) könnte es mit den Versicherungen Probleme geben. Auch entfallen für Konstruktionen, in denen selber eingebauter Einblasdämmstoff verbaut wurde, jegliche Förderungen. Auch bei "KfW-x-Gebäuden" oder bei Neubauten dürfen diese Dämmstoffe dann nicht in die Berechnungen der Energieberater/Architekten einfließen.
Gesundheit und Ökologie
Für Mineralwolle-Produkte gelten in Deutschland gesetzliche Anforderungen an die verwendeten Fasern. Produkte, die die Freizeichnungskriterien nach Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV) erfüllen, können entsprechend in Verkehr gebracht und verwendet werden.
Das RAL Gütezeichen „Erzeugnisse aus Mineralwolle“ kennzeichnet Mineralwolle-Produkte, für die die Einhaltung der Freizeichnungskriterien nach den Güte- und Prüfbestimmungen der Gütegemeinschaft Mineralwolle e.V. nachgewiesen und regelmäßig überwacht wird.[vi]
Die KEYMARK ist eine freiwillige europäische Produktzertifizierung für Wärmedämmstoffe. Im Rahmen der Zertifizierung werden ausgewiesene Produkteigenschaften nach den zugrunde liegenden europäischen Produktnormen geprüft und überwacht.
Informationen zu den Umweltwirkungen von Mineralwolle-Dämmstoffen können Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs) entnommen werden. Sie stellen auf Grundlage festgelegter Regeln Kennzahlen zu verschiedenen Umweltwirkungen über definierte Lebenszyklusphasen bereit.
Quellen:
[i] FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V.: UMWELT-PRODUKTDEKLARATION nach ISO 14025 und EN 15804+A2 Mineralwolle-Dämmstoff im niedrigen Rohdichtebereich, 29.06.2023, https://www.der-daemmstoff.de/wp-content/uploads/2023/07/Mineralwolle-Daemmstoff-im-niedrigen-Rohdichtebereich_EN15804A2.pdf (abgerufen am 31.08.2026).
[ii] Knauf Insulation GmbH: aktuelle Produktdatenblätter und Produktinformationen zu Supafil Cavity Wall, Supafil Timber Frame und Supafil Loft Plus, Stand 2026.
[iii] Broszies, T.; Paul, A.; Liestmann, Z.; Schaudienst, F.; Vogdt, F. U. (2023): Recycling von Mineralwolle, die im Schmelzwannenverfahren hergestellt wurde. BBSR-Online-Publikation 29/2023, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Bonn, https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/veroeffentlichungen/bbsr-online/2023/bbsr-online-29-2023-dl.pdf?__blob=publicationFile&v=2 (abgerufen am 31.08.2026).
[iv] SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG: EASY ECO – Recycling und Entsorgung mit ISOVER, https://www.isover.de/recycling-und-entsorgung-mit-isover#mineralwolle-ist-recyclebar (abgerufen am 31.08.2026).
[v] Knauf Insulation GmbH: RESULATION – Rücknahme und Recycling von Mineralwolle-Dämmstoffresten, https://knauf.com/de-DE/knaufinsulation/services/resulation (abgerufen am 31.08.2026).
[vi] Gütegemeinschaft Mineralwolle e.V.: RAL Gütezeichen „Erzeugnisse aus Mineralwolle“, www.ral-mineralwolle.de (abgerufen am 31.08.2026)
- nichtbrennbar
- wärme- und schalldämmende Eigenschaften
- Glaswolle wird üblicherweise mit einem hohen Anteil an Recyclingglas hergestellt
- für unterschiedliche Einblas- und Aufblasanwendungen erhältlich
- für die Kerndämmung geeignete Produkte sind wasserabweisend ausgerüstet
- je nach Produkt und Rohdichte geringe Setzmaße für Hohlraumdämmung
- lose Einblasdämmstoffe sind für Transport und Lagerung komprimiert
- Zu beachten:
- bei der Kerndämmung gelten produktspezifische Anforderungen an die Breite des Hohlraums; beim hier beispielhaft genannten Supafil Cavity Wall beträgt der Mindestabstand der Wandschalen 40 mm
- Zahl und Größe der Einblasöffnungen richten sich nach Konstruktion sowie den Verarbeitungs- und Produktvorgaben
- Einbaudichte und weitere Verarbeitungsvorgaben des jeweiligen Herstellers sind zu beachten